Medientheater

Das Theater wird von einer neuen Unruhe erfasst. Es wird zum Medientheater. Es stellt auf die Bühne, was an elektronischen Medien zu haben ist, und schaut sich an, wie sich Körper und Räume, Stimmen und Gesten jetzt noch bewähren. Es verwandelt sich in ein Medium, in dem ausprobiert werden kann, wie sich das Verhalten des Menschen modifiziert, wenn es mit der Hilfe von Kamera und Mikrofon, Leinwand und Lautsprecher, Licht und Ton unterstützt und unterlaufen, zerlegt und wieder zusammengesetzt, gespiegelt, verzerrt und verschoben wird. Es stellt den Computer, der die elektronischen Medien steuert, neben den Menschen und zeigt, dass beide nach Regeln funktionieren, die determiniert sind und auf dieser Grundlage ihr Verhalten unvorhersehbar machen.

Dirk Baecker, Studien zur nächsten Gesellschaft, Frankfurt a.M.: Suhrkamp 2007, S. 81-82.

 

Was ist (das) Medientheater? Was könnte Medientheater sein?